| Wie alles begann |
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| Written by Frank Vogel | |
| Monday, 15 September 2008 13:37 | |
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Ahnenforschung? Wie kommt man denn auf so ein Hobby? Ist das nicht etwas für alte Leute? So oder so ähnlich reagieren die meisten Freunde und Bekannten, wenn ich ihnen von meinem Hobby erzähle und oft kommt dann die Frage: Und wie hat das angefangen? Diese Fragen kennen wahrscheinlich die meisten Ahnenforscher.
Bei mir begann das Interesse an meinen Vorfahren nach dem Fall der Mauer. Im Sommer 1990 fuhr ich mit dem Wohnmobil kreuz und quer durch Europa, dabei fielen mir immer öfter die Geschichten meiner Großmutter ein. Als Kind erzählte sie mir oft von unseren Vorfahren, wo sie gelebt haben und dass die Familie heute auf der ganzen Welt verstreut ist. Nach meiner Rückkehr begann ich in der Familie herum zu fragen, ob jemand die Namen und Adressen von Verwandten im Ausland kennt.
Meine Großmutter schenkte mir Teile eines Manuskriptes von Udo Herbig
„Die Stammliste der Nachkommen des Kammermusikus Johann Friedrich HERBIG“,
in dem die Geburts- und Sterbedaten meiner Vorfahren bis zum Jahr 1754 aufgelistet waren.
Zuerst legte ich dieses, aus dem Jahre 1941 stammenden Manuskript zur Seite, da ich ja auf der Suche nach lebenden Verwandten war. Mit der Zeit begann ich mich aber immer mehr für meine Vorfahren zu interessieren, für das Leben der einfachen Leute, für all die „kleinen Geschichten“ im Schatten der „großen Geschichte“, die in den meisten Geschichtsbüchern fehlen. Also begab ich mich fest entschlossen daran, meine Familie zu erforschen. Die nötige Software war schnell besorgt und ich erfasste zunächst alle Geburts- und Sterbedaten im Computer, schlussendlich sollte eine Familienchronik entstehen,die unsere Familiengeschichte vollständig und übersichtlich darstellte.
Die Nachforschungen gestalteten sich allerdings schwieriger als ich dachte. Die Informationen, die ich von der Familie bekam, waren sehr spärlich, auch die zu Rate gezogenen Internet Datenbanken gaben nur einige wenige zusätzliche Informationen her. Alles was ich in Erfahrung bringen konnte waren weitere Geburts- und Sterbedaten. Aber wer waren unsere Vorfahren? Wie sahen sie aus, wie haben sie gelebt, wie sind sie gestorben, welchen Berufen gingen sie nach, welche Charakterzüge besaßen sie? Solche Fragen blieben weiterhin unbeantwortet, und so schlummerte das Ganze Jahre vor sich hin, bis ich eines Tages durch Zufall in den Besitz des Buches „Geschichte der Familie Herbig 1572 – 1936“, von Hedwig Kreyenberg kam. Schon auf Seite 2 fand ich einen Scherenschnitt des Kammermusikus Johann Friedrich Herbig und seiner Frau Elisabeth Caroline Baer, auch die Namen und Daten auf den folgenden Seiten stimmten mit dem Manuskript von Udo Herbig überein, es handelte sich ohne Zweifel um dieselbe Familie. In der Einleitung schreibt Hedwig Kreyenberg:
„Auf dem Familientage am 3.4.1937 in Berlin waren 80 Mitglieder der Familie, Nachkommen des Königl. Kammermusikus Johann Friedrich Herbig anwesend. Hierbei zeigte sich ein so lebhaftes Interesse an der Geschichte unserer Vorfahren, daß ich angeregt wurde die Familienüberlieferungen von fast 400 Jahren der Nachwelt aufzuschreiben.“
Dieses „kleine“ Buch enthielt die Antworten auf beinah alle meine Fragen, auf 68 Seiten waren die Lebensläufe von den Anfängen bis kurz vor dem Zweiten Weltkrieg aufgezeichnet und mit Quellenangaben, Bildern, Adressen und Zitaten versehen.
Am Ende ihres Buches schreibt Hedwig Kreyenberg:
„Damit sind die Überlieferungen unserer Ahnen beendet. Sie für spätere Generationen festzuhalten, war der Sinn meiner Niederschrift. Ich richte nun an alle Verwandten die herzliche Bitte, alle Familienurkunden, wichtige Briefe und Tagebücher ihrerseits zu sammeln und so weiteres Material für eine spätere Fortsetzung dieser kleinen Chronik zu schaffen, die ich hiermit in die Hände der lieben Verwandtschaft lege“ Berlin Lichterfelde, Kriegsweihnachten 1940 Nachdem ich die Biografien meiner Vorfahren, mit all ihren Siegen und Niederlagen, ihren Ängsten und Nöten gelesen hatte, beendete ich meine jahrelange „Genealogiepause“ und begann wieder intensiv an der Familienchronik zu arbeiten.
So ist diese Seite zum einen eine Würdigung der Verdienste von Hedwig Kreyenberg und Udo Herbig um die Erforschung der Familie Herbig und zum anderen der Versuch, ihr Werk möglichst lückenlos fortzuführen und auf die anderen Zweige meiner Vorfahren auszudehnen.
Mein Dank gilt dabei allen Verwandten, Ahnenforschern, Archiven und Behörden, die mich bisher bei meinen Nachforschungen unterstützt haben.
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| Last Updated on Thursday, 06 May 2010 13:04 |